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Kompostierbare Bioabfallsäcke auf Stärkebasis in Straubinger Biotüten

Straubinger testen kompostierbare Bioabfalltüten
(Abschlussbericht)


Hintergrund:

An die Haushalte der Stadt Straubing und des Landkreises, die über eine Biotonne verfügen, wurden ab Anfang Mai kostenlos kompostierbare Bioabfalltüten auf Stärkebasis ausgeteilt. Das sogenannte Starterpaket enthält 20 kompostierbare 10-Liter Tüten. Hintergrund der Aktion ist ein Projekt des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Straubing Stadt und Land (ZAW-SR), das von C.A.R.M.E.N., der bayerischen Koordinierungsstelle für Nachwachsende Rohstoffe unterstützt und vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium gefördert wird.
Am 29. April wurde der offizielle Start des Pilotprojekts in der Verbandsratssitzung des ZAW-SR bekanntgegeben.


Ziele:

Anhand von Begleituntersuchungen wird das auf zwei Jahre ausgelegte Vorhaben klären, ob sich die kompostierbaren Stärketüten für die Sammlung von Bioabfall eignen. Auswirkungen auf die Akzeptanz der Biotonne und die Fehlwurfquote werden ermittelt. Sollten die neuartigen Tüten von der Bevölkerung angenommen werden, erhalten sie ihren festen Platz im Entsorgungssystem des ZAW-SR.


Material:

Die Biomülltüten, die in Straubing eingeführt werden, bestehen aus einem thermoplastischen Stärkeblend. Thermoplastisch bedeutet, dass der Werkstoff bei einer bestimmten Temperatur reversibel verformbar ist. Stärkeblend heißt, es werden dafür zwei biologisch abbaubare Werkstoffe (BAW) gemischt, wobei hier der Anteil an Nachwachsenden Rohstoffen bei rund 50 Prozent liegt. In der Regel wird Maisstärke für Biomülltüten verwendet. Der zweite BAW, ein vollständig biologisch abbaubares Polymer auf Basis vor Erdöl, ist notwendig um auch bei der geringen Materialstärke von 0,025 mm gute Produkteigenschaften zu erhalten. Für den Einsatz in der Biomüllsammlung muss das Material vollständig kompostierbar sein. Die Bedingungen für biologische Abbaubarkeit und Kompostierbarkeit sind in der DIN V 54 900 festgelegt.


Vorteile der Stärketüten


Die kompostierbaren Tüten sollen den Bürgern und Bürgerinnen und den Müllwerkern die Biomüll-Sammlung erleichtern und bieten folgende Vorteile:

  • saubere Sammlung der Bio-Abfälle im Küchenbereich
  • hohe Stabilität auch bei feuchtem Inhalt
  • kein Festfrieren des Biotonneninhalts im Winter
  • verminderte Geruchsbelästigung
  • umweltfreundliche Rohstoffbasis
  • problemlose und schadstofffreie Kompostierbarkeit

Es gilt zu beachten, dass die Stärketüten für Wasser diffusionsoffen sind und somit nach außen schwitzen können. Dies hat den Vorteil, dass bereits bei der Sammlung, insbesondere in luftigen Behältnissen der Wassergehalt des Biomülls abnimmt.


Optimale Ergebnisse mit "belüfteter" Sammlung

Das Material der Biobeutel hat die Eigenschaft, "diffusionsoffen" für Wasser zu sein. Die Verwendung eines geschlossenen Behälters, der mit dem Biobeutel ausgekleidet ist, lässt diesen Beutel nach außen schwitzen. Nach einer Woche Lagerung von feuchtem Biomüll kann dadurch bereits ein "Zersetzen" und "Reißen" des Biobeutels beginnen.

Als optimale Ergänzung zum Biobeutel hat sich ein "belüfteter" Behälterständer erwiesen, der in Kürze über den ZAW bezogen werden kann. Auch auf der Messe "biomasse 2003", vom 26. bis 29. Juni in Straubing, sind diese Behälterständer erhältlich. Der Biomüll kann bei Verwendung der Biobeutel bei geschlossenem Deckel austrocknen und verliert innerhalb von 3 Tagen bereits 15 % seines Gewichtes. Dadurch beginnt der Biomüll wesentlich weniger stark zu schimmeln und zu riechen. Dies haben Untersuchungen des Institutes für Mikrobiologie der Universität Innsbruck gezeigt.


Optimal für die Biotonne: Inlettsäcke und -Clips

Zum Auskleiden der großen Biotonne gibt es kompostierbare Inlettsäcke auf Basis von Maisstärke. Sie sind auch bei feuchtem Inhalt sehr stabil, verhindern ein Festfrieren des Biotonneninhalts im Winter und halten die Biotonne sauber.
Als optimale Ergänzung zu den Inlettsäcken bieten sich Inlett-Clips an. Diese praktischen Metallhaken verhindern, dass die Säcke beim Befüllen in die Biotonne rutschen.
Dazu werden zwei Clips am hinteren Tonnenrand befestigt. Anschließend wird der Inlettsack hinten über die Haken gezogen und dann vorne über den Tonnenrand gestülpt. Einmal an der Tonne angebracht, verbleiben die Clips am Tonnenrand und können immer wieder benutzt werden.

Wichtig ist, dass der Inlettsack vor der Tonnenleerung von Haken und Rand gelöst und nach innen gelegt wird. Beziehen können sie die Clips z.B. bei der biomasse GmbH.


Verkauf

Bei üblichen Biomüllmengen dürfte das Starterpaket für ca. drei Monate reichen. Danach können die Bio-Tüten bei allen Verkaufsstellen des ZAW-SR erworben werden.
Eine Liste der Verkaufsstellen wird ständig aktualisiert. Der Verkaufspreis für 10 Bioabfalltüten beträgt 1,60 Euro. Über den Einzelhandel in Straubing soll zukünftig ein Vertriebssystem für die Bio-Tüten aufgebaut werden.


BioSäcke zur Auskleidung der großen Biotonne
Zusätzlich zu den kleinen Bio-Tüten erhalten die Hausverwaltungen in Straubing für die Auskleidung der Biotonnen Bioabfallsäcke aus dem gleichen Material in der Größe von 120 und 240 Liter. Diese Säcke können beim ZAW-SR für 0,80 Euro  (120 Liter) bzw. 1,10 Euro (240 Liter) erworben werden.


Beteiligte:

  • Kompostwerk: Firma Rohrmeier Kompost

Weitere Informationen: